Karriere | Aktuelles | Kontakt | Service-Portal ↗
Start · Anwendungen · Maschinenbeladung
Anwendung

Maschinenbeladung

Automatisiertes Be- und Entladen von Werkzeugmaschinen (CNC, Pressen, Prüfstände) mit Cobot-Zellen — 24/7-Betrieb, Amortisation typisch 8–18 Monate.

Anwendung

Was ist Maschinenbeladung?

Maschinenbeladung — im internationalen Sprachgebrauch Machine Tending — ist der automatisierte Prozess, Werkzeugmaschinen mit Rohteilen zu bestücken, Fertigteile zu entnehmen und sie in einen Folgeschritt zu übergeben. Damit übernimmt ein Roboter die Tätigkeit, die traditionell ein Bediener zwischen den Bearbeitungszyklen ausführt: Werkstück aus dem Behälter greifen, spannen, Zyklus starten, entnehmen, ablegen. Immer und immer wieder.

Genau diese Wiederholtätigkeit ist der wirtschaftliche Hebel: In der zerspanenden Fertigung wird die Maschine selbst — nicht der Bediener — zum Engpass. Steht sie 8 Stunden am Tag still, weil niemand nachlädt, ist die teuerste Investition der Halle nur zu einem Drittel ausgelastet.

Typische Anwendungen

  • Beladung von CNC-Fräs- und Drehzentren (3-, 4- oder 5-Achs)
  • Bedienung von Pressen und Umformmaschinen
  • Zuführung an Prüfstände (Dichtigkeit, Funktion, CMM/Koordinatenmessgeräte)
  • Beschickung von Spritzgussmaschinen und Entnahme der Fertigteile
  • Werkstückwechsel zwischen mehreren Bearbeitungsstationen (Multi-Maschinen-Bedienung)
  • Zufuhr an Laserbeschriftungs- und Waschstationen

Die NEXOS-Konfiguration

Unser Standard-Setup für Maschinenbeladung kombiniert:

  • NEXOS.Cube als geschlossene, sicherheitszertifizierte Zelle mit Trennung zum Bearbeitungsraum. Für hygienesensible Anwendungen als Edelstahl-Variante lieferbar.
  • NEXOS.Nova als 6-Achs-Cobot mit sub-Millimeter-Wiederholgenauigkeit. Kollaborativ zugelassen, weißes Gehäuse für Cleanroom-Anwendungen.
  • Werkstückspezifischer Greifer (Vakuum, elektrisch, pneumatisch, oder Formadapter). Für unterschiedliche Werkstückformate: Doppelgreifer für halbierten Wechseltakt.
  • Zuführmagazin oder Palettensystem — Schubladen für kleine Serien, große Werkstückträger für Nachtschicht-Autonomie.
  • Optional NEXOS.LinDrive als externe 7. Achse: erweitert die Reichweite des Cobots und ermöglicht die Bedienung von 2–3 CNC-Maschinen im Reihenaufbau.

Ablauf einer typischen Zelle

  1. Rohteil-Erkennung im Zuführmagazin (mechanisch positioniert oder optisch erfasst)
  2. Greifen durch NEXOS.Nova mit passendem Endeffektor
  3. CNC-Tür öffnen (via I/O-Schnittstelle) und Werkstück ins Spannmittel legen
  4. Zyklus-Start an CNC signalisieren, Tür schließen
  5. Warten bis Bearbeitung fertig (Cobot kann in dieser Zeit eine zweite Maschine bedienen)
  6. Fertigteil entnehmen, optional Sicht- oder Messprüfung
  7. Ablegen in Fertigteil-Magazin, Werkstückträger oder Übergabe an Folgeprozess

Warum sich das rechnet

Aktuelle Marktdaten (2026) für vergleichbare Cobot-Machine-Tending-Zellen:

  • Amortisation: 8–12 Monate bei 2-Schicht-Betrieb, bis zu 18 Monate bei nur einer Schicht.
  • Maschinenlaufzeit: Steigerung von typisch 8 auf 22 Stunden am Tag (mannlose Nachtschicht).
  • Produktivitätssprung: in Einzelfällen bis zu +600 % Maschinenlaufzeit bei gleicher Bediener-Zahl.
  • Personalentlastung: ein Bediener steuert 3–5 automatisierte Maschinen statt einer manuellen.

Der wirtschaftliche Hebel ist immer die bessere Nutzung der bereits vorhandenen CNC-Maschine, nicht die Einsparung des Bedieners. Der Bediener wird für höherwertige Aufgaben freigespielt: Einrichten, Optimieren, Qualitätsprüfung.

Skalierbarkeit

Der modulare Ansatz erlaubt schrittweise Erweiterung ohne Neuentwicklung:

  • Stufe 1 — Einzelmaschine: Ein NEXOS.Cube mit Cobot bedient eine CNC. Klassischer Einstieg, in Wochen produktiv.
  • Stufe 2 — Zwei-Maschinen-Bedienung: Cube mit NEXOS.LinDrive als 7. Achse. Ein Cobot verwaltet zwei benachbarte CNCs mit unterschiedlichen Taktzeiten.
  • Stufe 3 — Mannlose Nachtschicht: Großes Palettensystem (60–120 Rohteile), automatische Werkzeugüberwachung, Statusalarme aufs Handy.
  • Stufe 4 — Vernetzte Fertigungszelle: Anbindung an NEXOS.DSP für Monitoring, OEE-Erfassung, Predictive Maintenance.

Erweiterungsoptionen

  • Vision-System für lagegerechte Erkennung ungeordneter Rohteile
  • Werkzeug- und Verschleißüberwachung per Kamera oder Schallsensorik
  • Automatischer Werkzeugwechsel zwischen Greifern für Multi-Format-Fertigung
  • Waschstation für die Reinigung der Fertigteile in-line
  • In-Line-Messtechnik — Prüfung direkt in der Zelle, Ausschleusung von NOK-Teilen
  • Digitaler Zwilling über NEXOS.XR für virtuelle Inbetriebnahme und Bediener-Schulung vor Anlagenaufbau

Sicherheit & Integration

Der NEXOS.Nova ist ein kollaborativer Roboter — er kann grundsätzlich ohne Schutzzaun neben Menschen arbeiten. In der Machine-Tending-Anwendung setzen wir dennoch die geschlossene NEXOS.Cube-Zelle ein, weil:

  • Späne, Kühlschmierstoff und rotierende Werkstücke ohnehin einen Schutzraum brauchen
  • Sichtprüfung durch das Fenster ergonomischer ist als offener Aufbau
  • Die Wiederholbarkeit definierter Randbedingungen (Lichtverhältnisse, Temperatur) höher ist

CNC-Anbindung erfolgt über die Standard-Schnittstellen der Maschinensteuerung: digitale I/O für Zyklus-Start/-Ende, optional OPC UA oder Profinet für tiefere Integration mit Werkzeug- und Programmdaten.

Bausteine

  • NEXOS.Cube (Standard)
  • NEXOS.Nova (6-Achs-Cobot)
  • NEXOS.LinDrive (optional als 7. Achse)
  • Werkstück-Greifer (Vakuum, elektrisch, pneumatisch)
  • Zuführ-Magazin oder Palettensystem
  • Signalturm, Not-Halt (NEXOS.Protec)
Diese Anwendung ist ein Standardkonzept. Detaillierte Auslegung und Angebot erfolgen individuell — wir bauen aus unseren Bausteinen genau die Konfiguration, die zu deiner Anwendung passt.
Anfrage senden Weitere Anwendungen